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Bó-yá spielte Quín. Zhõng Zí-qí hörte zu. Bó-yá hatte am Beginn des Musizierens ein hohes Gebirge im Sinn. Zhõng Zí-qí sagte: Herrlich! Dein Qín-Spiel, so steil und prächtig wie das hohe Gebirge. Nach einer Weile hatte Bó-yá beim Musizieren das fließende Wasser im Sinn. Zhõng Zí-qí sprach: Herrlich! Dein Qín-Spiel, so wogend und wallend wie Fluss und Strom.
Nachdem Zhõng Zí-qí gestorben war, zerbrach Bó-yá das Instrument Qín und schnitt die Saiten ab. Bis zum Lebensende spielte er nie mehr Qín. Seiner Meinung nach gab es in der Welt niemanden, für den er noch Qín spielen konnte.
Dieser Text deutet eine tiefe Weisheit an: Für einen einzigen Menschen komponierte und gespielte Musik hat ihren Wert und ihre Bestimmung genau darin, dass sie für diesen Einzigen geschaffen wurde. Sie ist insofern in herausragender Dimension Sinnerfüllung sowie Zeugnis und Geschehnis von Liebe.
Auch ich habe Kompositionen geschrieben, die nur für einen oder zwei Menschen Bedeutung haben.
Immer mehr bin ich davon überzeugt, dass das Ziel unseres Daseins darin besteht, Schritt für Schritt ein besserer Mensch zu werden. Nur ein besserer Mensch kann auch ein besserer Komponist werden. Ob diese Aussage allgemein gilt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber sie gilt für mich.
KomponierenDem Spannungsverhältnis der Töne nahe sein. Gewichtungen erfahren. In die Dauern der Töne hören. Tonfarben zeichnen. Akustische Täuschungen erkunden. Form spüren.
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